Famulaturen im Ausland

Praktika im Gesundheitsbereich in Afrika

Du studierst Humanmedizin und würdest Deine Famulatur gern im Ausland verbringen? Du willst andere Kulturen abseits der Touristenbusse kennenlernen und Dich interessieren die Gesundheitssysteme wirtschaftlich armer Länder?

Gemeinsam mit dem Difäm - Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V. bieten wir engagierten Studierenden die Möglichkeit, eine Zeit ins afrikanische Ausland zu gehen und im Ntchisi Distrikt Krankenhaus in Malawi ihre Famulatur zu absolvieren.

Wenn Du Interesse an unserem Programm hast oder Dich einfach nur mehr über Optionen und anstehende Formalitäten informieren möchtest, sprich uns einfach an. Difäm-Referentin Angie Schwarz und Simon Kloock von StuDifäm helfern Dir gerne weiter.

In einer fernen Welt

Auszüge aus dem Reisetagebuch von zwei StuDifämlern

Die Tübinger Medizinstudenten Lydia Maharens und Bernhard Cerff von StuDifäm verbrachten ihr Praktikum im Duncan Hospital, einem Partner-Krankenhaus des Difäm im Nord-Osten Indiens. Hier lest Ihr einen Auszug aus ihrem Tagebuch während dieser Zeit:

Ein Krankenhaus an der Grenze zu Nepal

Nach einer Nacht in einem von Soldaten kontrollierten Warteraum auf dem Flughafen in Delhi und einer Fahrt neben Rikschas, Fahrradfahrern, Lastwagen und Motorrädern durch Reisfelder und Bananenstauden, kamen...

Die Tübinger Medizinstudenten Lydia Maharens und Bernhard Cerff von StuDifäm verbrachten ihr Praktikum im Duncan Hospital, einem Partner-Krankenhaus des Difäm im Nord-Osten Indiens. Hier lest Ihr einen Auszug aus ihrem Tagebuch während dieser Zeit:

Ein Krankenhaus an der Grenze zu Nepal

Nach einer Nacht in einem von Soldaten kontrollierten Warteraum auf dem Flughafen in Delhi und einer Fahrt neben Rikschas, Fahrradfahrern, Lastwagen und Motorrädern durch Reisfelder und Bananenstauden, kamen wir heil in Raxaul, einer kleinen Stadt an der Grenze zu Nepal im Norden Indiens, an.

Das Duncan Krankenhaus gleicht einem Campus, auf dem sich neben dem eigentlichen Krankenhaus eine Kirche, eine Schwesternschule, Wohnheime sowie eine Schule für die Kinder der Mitarbeitenden befinden. Wir sind als Praktikanten im Medizinstudium hierher gekommen und schauen den heimischen Ärzten bei ihrer Arbeit über die Schulter und lernen die Abteilungen des Krankenhauses kennen. Da das Personal auf dem Krankenhausgelände lebt, haben wir auch in der Freizeit viel mit den Mitarbeitenden zu tun. Es ist wie ein Dorf und die Menschen sind alle sehr gastfreundlich.

Neue Gebräuche verstehen lernen

Unser Tag beginnt morgen um acht Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Leider ist dieser auf Hindi, deshalb verstehen wir nicht sehr viel. Danach geht es an die Arbeit. Es gibt viele neue Verhaltensregeln für uns zu lernen. So gibt es eine starke Trennung der Geschlechter: In der Kirche sitzen die Frauen links, die Männer rechts. Beim Anstehen an Ticketschaltern gibt es getrennte Frauen- und Männerschlangen. Auch in der Gestik gibt es Unterschiede: Wenn Menschen hier beim Zuhören ihren Kopf schütteln, meinen sie damit nicht nein, sondern Ja, kein Problem oder Habe verstanden. Wir mussten uns auch erst daran gewöhnen, dass Motorradfahrer selten einen Helm tragen und beim Autofahren die Anschnallgurte nur Dekoration sind. Wenn hier in Indien der Strom ausfällt, und man mit den Patienten im Dunkeln sitzt, bis der Generator anspringt, ist niemand überrascht. Man redet einfach weiter.

Projekte im Duncan Hospital

Ein Projekt des Duncan Hospitals widmet sich auch der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. In Indien gibt es wenige Institutionen, die körperlich eingeschränkten Menschen und ihren Familien zur Seite stehen. Daher gründete das Hospital 2003 ein Programm zur Rehabilitation, wobei ein Physiotherapeuten-Team Menschen mit Behinderungen individuell unterstützt: Das Team besucht Familien mit behinderten Kindern und führt mit ihnen ihrer Behinderung entsprechende Übungen durch, berät die Familien und ist bei der Medikamentenversorgung behilflich. Auch medizinische Hilfe wird, wenn möglich, geleistet. Nach dem morgendlichen Gebet sind wir heute mit dem Physiotherapeuten-Team unterwegs in verschiedene Stadtteile Raxauls, um einige der Kinder zu besuchen. Ein Mädchen, das wir treffen, heißt Gita. Gita ist acht Jahre alt und geistig behindert. Durch die Übungen mit den Therapeuten hat sie gelernt, ihren eigenen Namen zu schreiben und bis zehn zu zählen. Mit einem bunten Bilderbuch werden ihr nun die Farben erklärt. Der 5-jährige Jash übt im Licht einer Taschenlampe die Haltung seiner gelähmten Hand zu verbessern: Eigens für diesen Zweck angefertigte Übungen gehen gezielt auf die schwächeren Muskelgruppen ein, wie das Seifenblasenfangen in der Luft.

Die Zeit verfliegt hier sehr schnell. Heute besuchten wir ein Projekt, in dem es um die Vermittlung von Wissen im Bereich Gesundheit, Erwachsenenbildung sowie Ausbildung geht. Dabei werden den älteren Schülern verschiedene Themen wie Landwirtschaft nähergebracht oder in Lesen und Schreiben weitergebildet. Die jungen Frauen wird das Nähen beigebracht, womit sie sich später den Unterhalt verdienen können.

Kulturschock bei der Rückkehr nach Hause

Es ist Ende September und wir stehen auf dem Bahnsteig in Baden-Baden. Uns fällt plötzlich auf, wie ausgestorben Deutschland wirkt im Gegensatz zu Indien mit seinen Menschenmassen und dem lauten Stimmengewirr. Und alles wirkt hier sauber und geordnet. Wir hatten keinen großen Kulturschock in Indien, doch zurück in Deutschland überkommt er uns plötzlich. Ebenso ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit, dass wir die Gastfreundschaft, die große Lebensfreude und Geselligkeit dieser anderen Kultur kennenlernen durften. Vor allem hat uns tief beeindruckt, wie die Ärzte im Duncan Hospital den Arztberuf als Kunst verstehen, in dem ihre christliche Motivation genauso wie ein ganzheitliches Menschenbild des Patienten neben der Wissenschaft ihren Platz haben.

Liebe Grüße,
Bernhard und Lydia

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Eindrücke vom Projektbesuch in Malawi

Bei seinem Projektbesuch in Malawi lernte Medizinstudent Bernard Cerff das Hygiene- und Gesundheitsprojekt des Difäm kennen - und eine völlig neue Kultur und Lebensphilosophie. Hier erfahrt Ihr mehr über seine Famulatur im "warmen Land Afrikas"