Für Gesundheit in der Einen Welt

Weltweit sterben viele Menschen, weil die nächste Gesundheitsstation zu weit entfernt ist, weil es kein medizinisches Personal gibt oder weil wichtige Medikamente fehlen. Das Difäm - Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V. (Hintergründe zur Namensentstehung und seiner heutigen Bedeutung siehe unten*) setzt sich deshalb seit über 100 Jahren für eine bessere Gesundheitsversorgung in wirtschaftlich armen Ländern und Regionen ein, vor allem für benachteiligte Menschen. Denn nur wer gesund ist, kann arbeiten, seine Familie ernähren, sich um seine Kinder kümmern und aktiver Teil seiner Gesellschaft sein.

In enger Zusammenarbeit begleitet und berät die Organisation für weltweite christliche Gesundheitsarbeit aus Tübingen seine Partner bei ihrer Gesundheitsarbeit vor Ort und fördert Projekte auch finanziell. Die Arbeit der Nichtregierungsorganisation (NGO) aus Tübingen stärkt lokale Gesundheitsdienste durch

  •  Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal
  • Aufbau und Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen
  • Verbesserung der Medikamentenversorgung
  • Stärkung lokaler Strukturen zur Supervision von Einrichtungen
  • Finanzierung lokaler Gesundheitsdienste

Inhaltliche Schwerpunkte sind die Prävention und Behandlung von Infektionskrankheiten sowie von nicht übertragbaren und chronischen Krankheiten. Eine besondere Bedeutung haben die Förderung der Gesundheit von Mutter und Kind und die aktive Beteiligung der Menschen in Gemeinden beim Aufbau einer Basisgesundheitsversorgung. Mit langjähriger Erfahrung und Fachwissen unterstützt das Difäm mit Sitz in Tübingen zudem Gesundheitsprogramme bei der Planung, Durchführung und Wirkungsbeobachtung.

Das Difäm ist Träger der Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus gGmbH sowie der Akademie für Globale Gesundheit und Entwicklung. Ebenso engagiert sich das Difäm im Aktionsbündnis gegen AIDS, im Verband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (Venro) sowie in kirchlichen Netzwerken. Das Difäm ist Mitglied im Diakonischen Werk Württemberg.

 

 

*Ärztliche Mission? - Was bedeutet das?:

Der Name Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V. stammt aus dem Jahr 1906. Er wurde nie geändert, weil er sich über die Jahre hier in Tübingen und darüber hinaus etabliert hatte, der Name hat aber mit der heutigen Wirklichkeit des Vereins nicht mehr viel zu tun. Das Difäm hat keinen missionarischen, sondern einen christlich-diakonischen Auftrag. Die weltweiten Partner des Difäm sind zwar christliche Gesundheitseinrichtungen, in denen aber jeder Mensch, egal woran er glaubt, mit demselben Respekt behandelt wird. In vielen Ländern des Südens sind christliche Gesundheitseinrichtungen vor allem auf dem Land die einzigen Anlaufstellen, in denen Menschen aus einem weiten Umkreis überhaupt Gesundheitsversorgung bekommen können. Die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal (Pflegefachkräfte, Geburtshelfer*innen, Ärzt*innen, Pharmazeut*innen) sowie der Aufbau von Gesundheitssystemen sind dabei Schwerpunkte der Arbeit des Difäm. Wichtig ist nachhaltige Unterstützung, deren Ziel die künftige Eigenständigkeit der Partner ist.
 
Ein Beispiel aus dem Ostkongo, wo staatliche Gesundheitsversorgung kaum ankommt, verdeutlicht dies: in Bukavu leitet Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege ein Krankenhaus unter kirchlicher Trägerschaft. Ohne dieses Krankenhaus gäbe es für schwerstmisshandelte, missbrauchte und traumatisierte Frauen keine Aussicht auf medizinische Versorgung. Das Difäm unterstützt in diesem Krankenhaus vor allem die Aus- und Weiterbildung von Gynäkolog*innen. Sie lernen hier Operationstechniken, die sie in anderen Kliniken des Landes einsetzen können. So kann noch mehr Frauen geholfen werden.
 
Hier in Tübingen baut das Difäm derzeit ein Hospiz für sterbende Menschen jeglicher Weltanschauung und ist maßgeblich an der Corona-Fieberambulanz auf dem Festplatz beteiligt, beides selbstverständlich ohne zu missionieren.